Kann Procreate ein SVG erstellen? Nein, aber so machst du aus deiner Kunst ein SVG
Procreate ist eine Raster-App und kann deshalb kein SVG exportieren. Aber es ist ein hervorragendes Werkzeug zum Zeichnen. So machst du aus deiner Procreate-Kunst einen echten, skalierbaren Vektor.
Auf dieser Seite
- Warum Procreate kein SVG erstellen kann
- Der Workflow: in Procreate zeichnen, in einen Vektor nachzeichnen
- Schritt 1: Zeichne deine Kunst in Procreate
- Schritt 2: Exportiere ein transparentes PNG
- Schritt 3: Vektorisiere das PNG
- Wie du in Procreate zeichnest, damit es sich wirklich gut vektorisieren lässt
- Wie das mit PerfectVector aussieht
- Wann du eigentlich kein SVG brauchst
- FAQ
Kurz gesagt: nein. Procreate ist eine Raster-App. Das heißt, alles, was du darin zeichnest, besteht aus Pixeln, während ein SVG aus Vektorpfaden besteht. Das sind zwei verschiedene Dinge. Deshalb kann Procreate kein SVG exportieren, und es kann auch keines öffnen oder bearbeiten (ziehst du ein SVG hinein, wird es zu Pixeln reduziert). Worin Procreate wirklich stark ist, ist das Zeichnen selbst. Der echte Workflow lautet also: Erstelle deine Kunst in Procreate, exportiere sie als PNG und zeichne dieses PNG dann mit einem separaten Tool in einen Vektor nach. Hier erfährst du, wie jeder Schritt funktioniert, damit am Ende ein sauberes, brauchbares SVG entsteht, und wie du von Anfang an so zeichnest, dass es sich gut nachzeichnen lässt.
Die Kurzversion
- Procreate kann kein SVG erstellen. Es ist eine pixelbasierte App, deshalb gibt es keinen SVG-Export, und es kann auch kein SVG öffnen oder bearbeiten.
- Es ist trotzdem der richtige Ort zum Zeichnen. Der Workflow ist: in Procreate zeichnen, ein PNG exportieren und dieses PNG anderswo vektorisieren.
- Exportiere ein transparentes PNG in hoher Auflösung (Hintergrundebene ausschalten), damit die Nachzeichnung saubere Kanten und keinen Kasten um das Motiv bekommt.
- Zeichne für die Nachzeichnung: Einfarbige Flächen und klare Linien lassen sich gut vektorisieren; texturierte, malerische Pinselstriche und Verläufe nicht.
- Danach zeichnest du es nach in Illustrator, Inkscape (kostenlos) oder einem spezialisierten Bild-zu-Vektor-Konverter, der dein PNG verarbeitet und dir ein sauberes SVG zurückgibt.
- Dieselbe ehrliche Trennung wie bei Photoshop und Canva: Die Kunst zu zeichnen und sie in einen Vektor umzuwandeln sind zwei verschiedene Aufgaben.
Warum Procreate kein SVG erstellen kann
Procreate malt mit Pixeln. Jeder Pinselstrich legt farbige Punkte auf einem Raster ab, und genau dadurch eignet es sich so gut für natürliche, texturierte, malerische Kunst. Ein SVG ist die entgegengesetzte Art von Datei: Es speichert Formen als mathematische Pfade mit echten Koordinaten und skaliert deshalb auf jede Größe, ohne unscharf zu werden. Beim Zeichnen findet keine Übersetzung von Pixeln in Pfade statt. Wenn du exportieren willst, steht das Vektorformat deshalb schlicht nicht im Menü.
Procreate hat in seinem Community-Forum selbst darauf hingewiesen, dass es keine Vektor-App ist, du also kein SVG daraus exportieren kannst. Vektorwerkzeuge sind seit Langem ein Wunsch vieler Nutzer, aber derzeit bleibt Procreate eine Raster-App. Andersherum gilt dasselbe: Du kannst kein SVG importieren, um es in Procreate zu bearbeiten. Bringst du eines hinein, wird es wie alles andere in Pixel gerastert. Beide Richtungen von "kann Procreate SVG" führen also zu nein.
Das ist aber keine Sackgasse. Es bedeutet nur, dass Procreate der erste Schritt ist, nicht die ganze Pipeline.
Der Workflow: in Procreate zeichnen, in einen Vektor nachzeichnen
Drei Schritte, und nur der mittlere passiert außerhalb von Procreate.
Schritt 1: Zeichne deine Kunst in Procreate
Erstelle dein Design wie gewohnt, mit zwei Gewohnheiten, die sich später auszahlen (mehr dazu im nächsten Abschnitt). Die wichtigste: Halte jede Farbe oder jedes Element auf einer eigenen Ebene. Dadurch kannst du die Farben im Vektor später viel leichter trennen. Das ist wichtig, wenn du das Motiv mit einem Cricut schneidest oder als geschichtete Datei verkaufst.
Schritt 2: Exportiere ein transparentes PNG
Das ist die Übergabe. Schalte deine Hintergrundebene aus, damit die Leinwand transparent ist, und exportiere dann als PNG (Teilen, dann PNG). Die Transparenz ist wichtig: Ohne sie nimmt die Nachzeichnung ein festes Rechteck um deine Kunst herum mit auf, das klassische Geisterrahmen-Problem, das du danach wieder löschen müsstest. Exportiere in der höchsten Auflösung, die du hast, denn der Vektorisierer kann nur mit den Details arbeiten, die du ihm gibst. Danach verschiebst du die Datei dorthin, wo du sie vektorisieren willst.
Schritt 3: Vektorisiere das PNG
Jetzt zeichnest du das PNG in echte Pfade nach. Dafür hast du mehrere Optionen:
- Ein spezialisiertes Bild-zu-Vektor-Tool nimmt dein PNG und gibt dir meist mit dem wenigsten Aufwand ein sauberes SVG zurück.
- Adobe Illustrator hat Image Trace eingebaut, falls du ohnehin dafür zahlst.
- Inkscape ist kostenlos und bietet Trace Bitmap mit mehr Reglern zum Einstellen.
- Silhouette Studio kann ein SVG speichern, wenn du zum Schneiden schon in diesem Ökosystem arbeitest.
Egal wofür du dich entscheidest, das Ziel ist dasselbe: ein echter Vektor mit sauberen Pfaden und niedriger Knotenzahl, kein unscharfer Scheinvektor, der nur dein PNG in eine .svg-Datei verpackt.
Wie du in Procreate zeichnest, damit es sich wirklich gut vektorisieren lässt
Diesen Teil lassen die meisten Tutorials aus, und genau er trennt ein sauberes SVG von einem unordentlichen. Ein Vektorisierer folgt Kanten. Je sauberer und klarer deine Kanten definiert sind, desto besser wird das Ergebnis.
- Nutze einfarbige Flächen und klare Linien. Ein Monoline-Pinsel oder ein harter Pinsel lässt sich zu sauberen Formen nachzeichnen. Texturierte, körnige oder aquarellartige Pinsel geben dem Vektorisierer Tausende gesprenkelte Kanten, denen er folgen muss. Daraus wird eine aufgeblähte Datei mit viel zu vielen Knoten.
- Arbeite mit flachen Farben. Weiche Verläufe und sanfte Schattierungen haben keine harten Kanten. Sie werden beim Vektorisieren zu unbeholfenen Bändern oder einfach flach gerechnet. Flache Farbflächen lassen sich sauber nachzeichnen.
- Trenne Farben auf Ebenen. Eine Farbe pro Ebene in Procreate entspricht später direkt einer bearbeitbaren Form pro Farbe im SVG. Genau das willst du für eine geschichtete Schneidedatei.
- Arbeite groß. Eine hochauflösende Leinwand (viele Kreative nutzen 12 mal 12 Zoll passend zu Cricut- und Silhouette-Matten) gibt dem Vektorisierer klare Details, denen er folgen kann.
Zeichnest du mit diesen Gewohnheiten, erledigt die Nachzeichnung den Großteil der Arbeit für dich. Arbeitest du dagegen mit einer texturierten Malerei voller weicher Schattierungen, rettet dich kein Vektorisierer.
Wie das mit PerfectVector aussieht
Der Nachzeichnungsschritt ist der Punkt, an dem PerfectVector ins Spiel kommt, und er passt gut zum Procreate-Workflow, weil du einfach das gerade exportierte PNG verwendest, ganz ohne Illustrator-Abo. Lade das PNG hoch, und PerfectVector baut deine Kunst als glatte Pfade mit niedriger Knotenzahl neu auf, hält jede Farbe als eigene bearbeitbare Form und gibt dir ein echtes SVG zurück (plus PNG, PDF, EPS und DXF), das du schneiden, drucken, verkaufen oder in jedem Vektoreditor öffnen kannst.


Du kannst dein Procreate-PNG vektorisieren und die Pfade kostenlos prüfen, bevor du dich festlegst. Wenn du das Design schneidest, ist dieselbe saubere Datei der Grund, warum ein Cricut-fertiges SVG sich ohne Drama hochladen und schneiden lässt.
Ehrlich gesagt: Das funktioniert bei flacher, grafischer Procreate-Kunst, Schriftzügen, Line Art, kräftigen Illustrationen und Logos. Eine stark texturierte digitale Malerei wird mit keinem Tool zu einem sauberen Vektor. Dafür behältst du besser das PNG.
Wann du eigentlich kein SVG brauchst
Manchmal ist die SVG-Suche unnötig:
- Du postest die Kunst online oder verkaufst einen Print? Ein hochauflösendes PNG oder JPG ist völlig in Ordnung. Ein SVG bringt dir dort nichts.
- Eine detaillierte Malerei oder ein Porträt? Bleib beim Rasterbild. Vektorisieren würde es nur verflachen und verschlechtern.
- Du willst es nur größer haben? Wenn es bereits hochauflösend ist, kannst du das Rasterbild vielleicht ausreichend skalieren, ohne überhaupt zu konvertieren.
Vektorisieren lohnt sich genau dann, wenn du das Design schneiden, unbegrenzt skalieren oder nach Farben trennen musst. Das ist die Welt von Stickern, Etsy-Schneidedateien, Bekleidung und Cricut (neu im Thema? Starte mit was eine SVG-Datei ist).
FAQ
Exportiert Procreate SVG-Dateien? Nein. Procreate ist eine Raster-App (pixelbasiert), deshalb gehört SVG nicht zu den Exportoptionen. Du exportierst deine Kunst als PNG (oder JPG, PSD usw.) und zeichnest sie danach mit einem separaten Vektorisierungs-Tool in ein SVG nach. Procreate hat in seinem Community-Forum darauf hingewiesen, dass es keine Vektor-App ist.
Kann Procreate überhaupt Vektordateien erstellen? Nein. Alles, was du in Procreate zeichnest, sind Pixel und keine Vektorpfade. Deshalb kann es von selbst kein Vektorformat erzeugen. Vektorbearbeitung ist zwar ein häufiger Nutzerwunsch, aber Procreate bleibt eine Raster-App. Für Vektoren zeichnest du in Procreate und konvertierst das exportierte Bild an anderer Stelle.
Kann man ein SVG in Procreate öffnen oder bearbeiten? Nicht als Vektor. Wenn du ein SVG importierst, rastert Procreate es in Pixel. Dadurch verlierst du die bearbeitbaren Pfade und die Möglichkeit, es sauber zu skalieren. Um ein SVG als Vektor zu bearbeiten, nutze stattdessen ein Vektorprogramm wie Illustrator oder Inkscape.
Wie mache ich aus meiner Procreate-Zeichnung ein SVG? Zeichne mit klaren, einfarbigen Linien und halte jede Farbe auf einer eigenen Ebene. Schalte den Hintergrund aus und exportiere ein hochauflösendes transparentes PNG. Danach lässt du dieses PNG durch ein Bild-zu-Vektor-Tool nachzeichnen, sodass ein echtes SVG entsteht, und prüfst, ob es sich als bearbeitbare Pfade öffnet und beim Hineinzoomen scharf bleibt.
Warum sieht meine Procreate-Kunst nach der Umwandlung in SVG unordentlich aus? Meistens, weil die Kunst texturierte Pinselarbeit, weiche Schattierungen oder Verläufe enthält. Dadurch bekommt der Vektorisierer unscharfe Kanten, denen er folgen soll. Zeichne die wichtigsten Formen mit einfarbigen Flächen und klaren Linien neu oder wähle ein flacheres Design. Dann wird die Nachzeichnung sauber statt voller verstreuter Ankerpunkte.
Fertig mit einem Design in Procreate und du brauchst es als echten, skalierbaren Vektor? Exportiere ein transparentes PNG, zeichne es in ein sauberes SVG nach und prüfe die Pfade, bevor du es schneidest oder verkaufst.
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